Pflege und Haltung von Pferden

Reitsport in Deutschland

Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2019 erfreut sich der Reitsport in Deutschland einer großen Beliebtheit und die Fangemeinde umfasst lt. einer Online-Umfrage rund 11,2 Millionen Menschen. Davon sind rund 840.000 Personen aktive Reiter und ca. 1,48 Millionen Befragte sind Gelegenheitsreiter. Pferde werden in Deutschland meist auf zwei Arten gehalten. Hier unterscheidet man zwischen einer Offenstallhaltung bei der die Pferde einzeln oder im Herdenverband das ganze oder ein Teil des Jahres im Freien verbringen. Bei dem anderen Bereich spricht man von der Boxenhaltung, bei der Pferde ganz oder teilweise in einer Pferdebox gehalten werden. Pferde die in einer Stallung mit Box leben, haben Ausgang, oder einen angeschlossenen Außenbereich in dem sich Stute, Wallach oder Hengst bewegen können. 

Pferde brauchen Bewegung 

Pferde sind vom Ursprung her Steppen- und somit Lauftiere, die ausreichend freie Bewegung brauchen, um körperlich und psychisch gesund zu sein. Auch domestizierte Pferde haben noch immer einen hohen Bewegungsbedarf – ähnlich ihrer wildlebenden Vorfahren. Auf der MQ Ranch stehen unseren Pferden ca. 12 Hektar Fläche zur Verfügung, sowie leben unsere Pferde hier in einer Ofenstallhaltung. Wir haben unsere Pferde nach Wallache und Stuten getrennt und falls es mal zu heiß oder zu nass sein sollte, stehen den Pferden Unterstände zur Verfügung.

Pferde sind Herdentiere

Pferde sind Herdentiere und der Kontakt zu Artgenossen ist wichtig. Pferde bilden in der Gruppe eine Hierarchie, sowie schützen sie sich gegenseitig vor Bedrohung und betreiben gegenseitige Fellpflege. Und was machen unsere Pferde den ganzen Tag über? Die Hauptbeschäftigung eines Pferdes ist fressen und deswegen legen wir größten Wert auf die Ernährung unserer Pferde. Wir suchen stets Heu nach Möglichkeit in Bioqualität und prüfen die Wiesen von denen das Heu stammt. Pferde  sind Pflanzenfresser und Pferde die sich in freier Wildbahn bewegen, ernähren sich von Gräsern, Kräutern und von Blättern und jungen Trieben von Bäumen. Das Futter ist in der Regel rohfaserreich und energiearm, und der Verdauungsapparat ist an eine kontinuierliche Futteraufnahme angepasst. 

Wohlbefinden bei Pferden

Wir wissen, dass der Magen-Darm-Trakt darauf ausgelegt ist, kleine und über den Tag verteilte Portionen an Futter zu verarbeiten. Wichtig zu berücksichtigen ist, dass die Befriedigung des Kaubedürfnisses bei Pferden eine große Rolle spielt. Längere Fresszeiten wirken sich positiv auf das körperliche und seelische Wohlbefinden der Pferde aus. Futtermittel wie Stroh, Heu, und Silage, die das Pferd lange kauen und gut einspeicheln muss, sollten dem Pferd in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.  Wir berechnen im Durchschnitt am Tag ca. 1,5 bis 2 Kilogramm Raufutter pro 100 Kilogramm Körpergewicht. 

Was hat es mit den Fresspausen auf sich? 

Um einen gesunden Verdauungsapparat zu gewährleisten, spielt neben der Art und Menge des Futters, auch die Länge der Fresspausen eine wichtige Rolle. Der Magen der Pferde ist an eine kontinuierliche Futteraufnahme angepasst und das  Verdauungssystems produziert stetig Magensäure, die nur durch den beim Kauen entstehenden Speichel neutralisiert werden kann. Pferde die in einem Zeitraum von ca. vier Stunden kein Futter zu sich nehmen, können Gefahr laufen, dass die Magensäure die Schleimhaut des Magens angreift. Das Resultat sind  Magengeschwüre, Koliken und der Besuch eines Tierarztes. 

Unabhängig von den Fresspausen ist auch bei der Verabreichung von Kraftfutter an domestizierte Pferde auf eine ausgeglichene Ernährung zu achten. Oft wird ein zu hoher Teil an energiereichem Kraftfutter wie Getreide-, Roggen- oder Maiskörner gefüttert. Wir achten bei unseren Pferden darauf, dass in unserem Futter nur Natur reinkommt. Alles ohne Melasse, künstliche Aromen oder Getreide. 

Wieviel Leckerlies sollte man einem Pferd geben? 

Es kommt zunächst darauf an was in dem jeweiligen Leckerlie enthalten ist und um was für ein Pferd es sich handelt. Hier hilft es den Menschenverstand einzuschalten und z.B. dem blonden Haflinger nicht Tütenweise pro Tag die Leckerlies reinzuschütten, egal wie Lieb er auch gucken mag. Das Vorgehen wiederholt sich bei allen Tieren oder bei einem selbst wenn man vor der Schublade mit den Süßigkeiten steht. Hier gilt : Alles in Maßen und weniger ist oft mehr. Ein Leckerlie kann eine Belohnung sein und wird oft beim Training mit dem Pferd eingesetzt.  Natürlich kann man sich Leckerlies auch in die Jackentasche stecken und zum Pferd auf die Koppel gehen. Wundern Sie sich jedoch nicht, wenn Sie plötzlich vom kompletten Herdenverband umzingelt sind und jeder möchte am liebsten zu Ihnen in die Jacke krauchen. Es kann zum andauernden Knabbern an Jacke oder Ärmel führen und das was geschieht ist keine Zuneigung seitens des Pferdes, sondern einfach nur die Gier nach dem Futter in der Jackentasche. Wenn es ganz schlecht läuft, kann es passieren, dass ggf. ein junger Wallach Sie anrempelt oder auf den Fuß steigt. 

Woran erkenne ich gute Leckerlies für Pferde?

Nicht am Preis. Lesen Sie sich die Inhaltsangaben genau durch und prüfen Sie ob das was enthalten ist das Richtige für Ihr Pferd ist. Wovon raten Ernährungsexperten für Pferde ab? Das sind u.a. Zuckerzusätze, Farbstoffe, Melasse und sensorische Zusatzstoffe. Bei diesen Stoffen im Futtermittel handelt es sich um Zugaben die organoleptischen Eigenschaften haben und die optischen Eigenschaften der Futtermittel verbessern sollen. Leckerlies mit knalligen Farben und einem starken Duft, z.B. nach Himbeeren, sollten geprüft werden, denn das könnten richtige Chemiebomben sein. Manchmal es Sinn das Kleingedruckte zu lesen und im Zweifel Tante Googel fragen, was sich hinter den Fachbegriffen alles so verbirgt. In eigener Sache können wir garantieren, das Sie hier im MQ Ranch Country Store nur naturbezogene Produkte bekommen.